Die Top 100 im Visier

„Ich hab‘ seit drei Stunden nichts mehr gegessen.“ Dem Jungen, der das hinter dem Hallenbad-Restaurant Bocadillo zu seinem Freund sagte, konnte geholfen werden. Schließlich gehörte er zu den 24 Kindern und vier Erwachsenen, die von der Gemeinde zur Sportlerehrung eingeladen worden waren, und wer gut Sport treibt, so sagt man es sich in der Gemeindeverwaltung, muss auch gut essen. Die Eltern und Trainer, die die Kinder begleiteten, bekamen aber auch etwas ab vom umfangreichen kalten und warmen Büffet.

Nur 28 Teilnehmer waren eingeladen, ungewöhnlich wenig. Das erklärt Manfred Paul Kiehn, der Vorsitzende der Sportkonferenz, mit neuen Regeln: Nun werden fast nur noch Kinder und Jugendliche geehrt; dafür müssen sie bei einer Kreis- oder Bezirksmeisterschaft den ersten Platz belegt haben, bei einer Norddeutschen Meisterschaft unter die ersten drei, bei einer Landesmeisterschaft unter die ersten fünf, bei einer deutschen Meisterschaft unter die ersten Zehn gekommen sein. Bei Europa- und Weltmeisterschaften genügt die Teilnahme. Erwachsene können von ihren Vereinen nur noch bei besonderen Leistungen vorgeschlagen werden. Dieses Jahr hatten nur drei Vereine der Sportkonferenz Vorschläge unterbreitet; Manfred Paul Kiehn freute sich trotzdem über die errungenen Siege und Meisterschaften, und auch Bürgermeister Kristian Tangermann fand es ganz toll, was die neun- bis 13-jährigen Kinder erreicht haben.

Beim TV Lilienthal waren dies Levin Eickhoff, Linus Grün und Julius Pagels, die Bezirksmeister in der Staffel 3 mal 800 Meter wurden. Die Judo-Sparte des Vereins Octagon hatte 13 Teilnehmer genannt: Lee Veith, Schatha El Khatib, Daniel König, Zakhar Kosmin, Lukas Schneider, Fiete Kuhlmeier, Maxim Stiebner, Fabio Gundske, Florian Seiler, Mike Schneider, Anatol Veselski, Manfred Grossmann und Ira Thiel.

Zwölf Spieler des Tennis-Club Lilienthal wurden ausgezeichnet: Ann-Christin John, Noemi Böske, Charis Böske, Eric Schleef, Tom Grüter, Jannik Mall, Vincent Bechtloff, Fabian Hornung, Jannik Rathjen, Katrina Mey sowie Leon Batu Deliorman und Julian Mall, beide neun Jahre alt und bereits Niedersachsenmeister im Einzel und Doppel. Leon spielt seit viereinhalb Jahren, Julian hat noch ein Jahr früher angefangen. Bei Leon spielen die Eltern Tennis, bei Julian der Sohn einer Freundin seiner Mutter, so sind sie beide zu dem Sport gekommen – Leon spielt zwar auch ein bisschen Tischtennis, aber mit Federball haben beide nicht angefangen. „Das spielen nicht mehr viele“, sagen sie.

Tennis-Nachwuchs mit Ambitionen

Aus Lilienthal stammen beide nicht. Julian wohnt in Borgfeld, ist aber Mitglied im TCL, und Leon kommt aus Thedinghausen, wo er auch im Verein ist. „Aber in Thedinghausen wird schon im Kindergarten Tennis angeboten, bei uns ist das kein Sport für reiche Leute“, sagt sein Vater Altan Deliorman. Was die beiden noch für sportliche Ziele haben? „Vielleicht in die Top 100“, sagt Leon mit todernstem Gesicht – aber nur die europäischen. Und wie lange müssten sie dafür üben? „Sehr lange.“ Vielleicht machen Sie Tennis zu ihrem Beruf? Der Vater hat einen Plan B: „Landärzte werden noch gebraucht“, meint Altan Deliorman. Und als Arzt könne man schließlich auch Tennis spielen.

© Wümme Zeitung vom 18.06.2018

 


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